Annette Hess: Deutsches Haus

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Ullstein Buchverlage | Hardcover | 368 Seiten | 20 €

Klappentext

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Meine Meinung

Frankfurt 1963. Im Zentrum steht der erste Auschwitz-Prozess. Protagonistin ist die junge Eva Bruhns, Tochter eines Wirtsehepaares und Dolmetscherin für Polnisch. Eigentlich übersetzt sie nur juristische Texte. Eines Tages wird sie gebeten für einen Dolmetscher einzuspringen. Sie weiß erfährt zunächst nicht, was sie da übersetzt und baut Übersetzungsfehler ein. Als sie die richtige Übersetzung nachschlägt, bekommt sie ein mulmiges Gefühl. Sie möchte mit ihren Eltern darüber sprechen, doch die wimmeln sie ab.
Daraufhin wird Eva gebeten, ebenfalls bei dem Prozess zu übersetzen. Entgegen des Willens ihres Verlobten Jürgen sagt sie zu. Was sie während des Prozesses erfährt, lässt sie zweifeln. An der Menschheit und an ihrer Familie.

Annette Hess verarbeitet in ihrem Debütroman ein schwieriges Thema. Heute lässt sich ganz anders auf die Geschenisse zurückblicken, als noch in den 1960er Jahren.
Waren die Menschen damals wirklich so naiv und dachten, das wäre alles niemals geschehen? Oder wollten es die Menschen einfach nicht wahrhaben? Wer kann sich schon vorstellen, dass über 6 Millionen Menschen industriell getötet wurden.
Die Darstellung des Familienlebens zu der Zeit hat mir besonders gut gefallen und mir vor Augen geführt, wie anders die Menschen mit dem Thema damals umgegangen sind.

Der Prozess fesselt Eva und weckt ihre Neugier. Sie möchte für die Gerechtigkeit, für die Opfer kämpfen. Dabei entdeckt sie Dinge aus ihrer Vergangenheit, die sie lieber nicht gewusst hätte.

Die Autorin schafft es, mit diesem Roman ein schwieriges Thema detailliert darzustellen. Sie lädt dazu ein, sich mit den Ausschwitz-Prozessen zu beschäftigen.
Mich hat die Autorin mit dem Roman so begeistert, dass ich gerne noch mehr Bücher über die Zeit lesen möchte.

Ein Kommentar zu „Annette Hess: Deutsches Haus

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